Noch ist Polen nicht verloren!




In Deutschland sind ja krankhafte Menschen mit einer abnormen Sexualität wie ich inzwischen alltäglich.

Und deshalb geht das Abendland unter.

Als Anarchistin würde ich ja begrüßen, wenn es tastsächlich so einfach wäre diese Gesellschaft zu zersetzen. Ich befürchte nur der Kapitalismus ist widerstandsfähiger und Totgesagte leben länger.

Aber die Deutschen sterben aus, weil Frauen wie ich keine Kinder bekommen.
Obwohl ich zweifele ja, daß das die Kinder wären, die gewünscht sind.

Den PolInnen schien das nicht anders zu gehen, doch dann, im Jahre des Herrn 2006, sind wieder einmal, wie schon häufiger in der polnischen Geschichte, zwei Heroen aufgestanden, Gestalten von mythologischer Größe, auf dem Weg um Polen zu retten.
Lech Kaczynski und Jaroslaw Kaczinsky, die schon als Jungs im Film überragende schauspielerische Begabung zeigten.
Noch ist Polen nicht verloren!

Lech Kaczynski und Jaroslaw Kaczynski teilten nicht nur die Aufgabe sondern auch das Aussehen. Lech Kaczynski wurde Präsident Polens und Jaroslaw Kaczynski wurde Ministerpräsident.
Und gemeinsam hatten sie sich die Aufgabe gestellt die polnische Gesellschaft von Grund auf zu restaurieren.

Zwar wurde behauptet, bei den beiden handele es sich um Zwillinge, vetrauliche Quellen deuteten aber anderes an. Unter der Hand wurde gemunkelt, die beiden seien das Ergebnis des ersten (miß)gelungenen realsozialistischen Klonexperiments.
Und genau so wie die TV-Heldin Dark-Angel hätten sie ihre überlegenen angezüchteten Fähigkeiten gegen ihre Schöpfer gewandt und den Sozialismus gestürzt.
Weiter hieß es, den Beiden ginge es gar nicht um mehr Geburten sondern um die Widererstehung Polens als Staat der Klone. Alle polnischen Männer sollten durch Kaczynsky-Klone ersetzt werden.
Ein Volk der Kaczynski-Klone.
Wenn einmal alle Polen Kaczinsky-Klone wären, würden sie sich immer mühelos überall auf der Welt als Polen sofort erkennen können.
Das wäre doch schön.

Nur über das weibliche Gegenstück konnte keine Einigkeit hergestellt werden. Obwohl der Mutter der beiden als Klonkandidatin gute Chancen eingeräumt wurden.

Ich halte das ja für böswillige Gerüchte, und glaube, daß die beiden gute katholische Klone sind und aus einem klösterlichem Klonexperiment stammen. Aus einer der geheimen Forschungsanlagen der katholischen Kirche in den dunklen Wäldern Polens über die selbst die NSA nichts genaues weiß. Und deren Deckmantel angeblich Radio Maria ist.

Auf jeden Fall hatten Lech Kaczynski und Jaroslaw Kaczynski begriffen, daß nur wer vom Sozialismus lernt, siegen kann ("Vom Sozialismus lernen, heißt siegen lernen.").
So orientierten sie denn ihre Politik nicht an der Amoral des westlichen Kapitalismus, sondern bezogen sich lieber auf die homophoben, sexistischen und patriarchal nationalistischen Traditionen des Stalinismus. Antifeminismus und Homophobie waren fester Bestandteil ihrer Politik.
Von Lenin hatten sie außerdem gelernt, daß zuviel Freiheit den Menschen nur schadet. Von ihm hatten sie das Ideal der gelenkten Demokratie übernommen, daß sie nun, in einer Vierten Republik, in Polen einführen wollten.
Zuviel falsch verstandene Freiheit verführt die Menschen zu gotteslästerlichem Verhalten wider die Natur (früher hieß das, parteischädiches Verhalten wider den sozialistischen Fortschritt).
Lech Kaczynskis und Jaroslaw Kaczynski haben wohl nur aus Rücksichtname, auf ihre klösterlichen Klonherkunft und das Copyright, Hammer und Sichel gegen das Kreuz ausgetauscht und die Farbe von rot zu blau gewechselt.

Nur wußten die PolInnen ihr Glück wieder einmal nicht zu würdigen und führten nichtswürdige Demonstrationen gegen die Politik der beiden Heroen Lech Kaczynskis und Jaroslaw Kaczynski durch. Und eine polnisch-katholische Geheimpolizei mußten sie erst aufbauen. Sie konnten nur auf die rechtsradikalen Skinheads des Jugendverbandes ihres Koalitionspartners der Liga Polnischer Familien zurückgreifen, deren Vorsitzender ihr Bildungsminister war. Nur auch dies stieß auf massiven Widerstand polnischer SchülerInnen und StudentInnen. Und dann fielen ihnen auch noch ihre Koalitionspartner in den Rücken, und das nur, weil sie sie durch die neu aufgebaute Geheimpolizei bespitzeln ließen.
Lech Kaczynskis und Jaroslaw Kaczynski erlitten das Schicksal, daß vor ihnen schon viele polnische Heroen ereilt hat, den heldenhaften Untergang.

Glückliches Polen, daß solche Heroen hat.

Ach wo bleiben Deutschlands Helden. Deutschland bringt es nur zu einem Schill und einem Schily.

Und dann liegen da AnarchistInnen, wie ich, in ihren Betten, schlafen aus, trinken Kakau und demostrieren trotzdem noch gegen die deutsche Bundesregierung.
Dabei ist Wolfgang Schäuble doch gar kein Faschist und im Vergleich mit seinen ehemaligen polnischen KollegInnen der Kaczynski-Regierung ein Linker.
Und ein Kakauverbot ist noch nicht einmal in der Diskussion.

Wahrscheinlich hat mich das Übermaß an Freiheit unausgeglichen werden lassen, so daß ich jetzt immer mehr Freiheit will. Und das würde ja zu Anarchie führen.

Ich hoffe doch.

Und ich rufe zur Solidarität mit den polnischen AnarchistInnen und QueeraktivistInnen auf. Zwar ist die Kaczynski-Regierung abgewählt, dafür gibt es jetzt aber einen CDU-Klon an der Regierung.


Ada


Fin











Impressum:


Und noch ein kurzer Text; Jaroslaw Kaczynski & Lech Kaczynski

























Zuletzt aktualisiert 30.05.10





Lech Kaczynski & Jaroslaw Kaczynski. Noch ist Polen nicht verloren! Ein Text zu den Stichworten: Zwillinge Polen Präsident PIS Recht Und Gerechtigkeit katholisch Katholiken Glauben Kirche religiöser Fundamentalismus rechtsradikale Liga polnischer Familien


















Jaroslaw Kaczynski & Lech Kaczynski

Die Zwillinge Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski wurden 2006 die führenden Politiker Polens. Lech Kaczynski wurde polnischer Präsident und Jaroslaw Kaczynski der von ihm eingesetzte amtierende Ministerpräsident. Die Partei von Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski, die PIS (Partei Recht und Gerechtigkeit) hatte bei den Wahlen die meisten Stimmen bekommen. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,5%.
Den Namen - Partei Recht und Gerechtigkeit - hatten Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski offensichtlich in Anlehnung an die sozialistische wortverdrehende Bezeichnungspraxen, z.B. Freie Deutsche Jugend, entwickelt. Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski waren selbst in die Korruptionsaffären der Solidarność-Ära verwickelt.
Die PIS unter Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski bildete zusammen mit der autoritär populistischen Wahlplattform von Andrzej Lepper - Selbstverteidigung - und der polnischen rechtsradikalen Partei - Liga Polinischer Familien -, die eng zusammenarbeitete mit den Skinheads der Allpolnischen Jugend und deren Abgeordnete auch mal zwischen den Hitlergruß zeigenden Skinheads für Fotografen possierten, die Regierung. Unter Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski stellte dabei die Liga Polnischer Familien den Bildungsminister, das ist vergleichbar einer Besetzung des Bildungsministerium in Deutschland mit einem NPD-Mann.
Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski und die PIS traten für die Todesstrafe ein und hetzten zusammen mit Teilen der katholischen Kirche Polens gegen sexuelle Selbstbestimmung, insbesondere gegen Homosexuelle.
Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski waren im Widerstand gegen das totalitäre Regime im Polen der 80er Jahre aktiv. Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski gehörten zu den Mitstreitern von Lech Walesa. Lech Walesa trennte sich aber von Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski, da sie ihm zu streitsüchtig waren. Anläßlich des Wahlgewinns durch Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski äußerte sich Lech Walesa über die Zwillinge; "Sie sind kleinlich, zerstören statt aufzubauen. Sie haben, was ich nicht hatte, sie haben ein Präsidialsystem. Seit ihrer Geburt sind sie Kämpfer. Schon um die Brust der Mutter mussten sie kämpfen. Aber der Kampf ist meiner Meinung nach vorbei, jetzt muss man aufbauen und gestalten."
Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski schienen in vielen Momenten ihrer Politik von einer paranoiden Grundhaltung, daß Andere ihnen Böses wollten, bestimmt zu sein. Sie wollten ein autoritäres Präsidialsystem in Polen aufbauen, eine Vierte Republik.

Umfragen belegten schon nach kurzer Regierungseit, daß es in Polen eine klare Mehrheit gegen die Regierung von Jaroslaw Kaczynski und Lech Kaczynski gab. Vor allem in den Städten und aus der jüngeren Bevölkerung heraus kam es zunehmend zu organisiertem Widerstand.
Nachdem sich Jaroslaw Kaczynski mit seinen populistischen und rechtsradikalen Koalintionspartnern zerstritten hatte, unter anderem weil die Regierung sie bespitzeln ließ, kam es zu Neuwahlen. Aus den Wahlen ging die neoliberal ausgerichtete, der CDU vergleichbare, Partei Polens als Sieger hervor.
Feministinnen, QueeraktivistInnen, Intellektuelle, KünnstlerInnen und Linke brauchen Solidarität im Kampf gegen die autoritäre Entwicklung in Polen, die auch nach dem Ende der Regierungszeit von Jaroslaw Kaczynski noch nicht überwunden ist. Die PIS, und mit ihr Jaroslaw Kaczynski, ist auch weiterhin ein bedeutender politischer Faktor, insbesondere nach dem bühnenreifen Tod seines Zwillingsbruders Lech Kaczynski.


Hannover
2008


Widerstand wird also weiter notwendig sein!

Für eine starke außerpalamentarische anarchistische Bewegung!









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