Zum Umgang mit Einstiegsdrogen



"Ich nutze Ihre Drogen nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie nutzen dürfen." (Ada zitiert Voltaire)

Ich bin süchtig, immer noch. Und als Kind war ich sogar kurzzeitig Dealerin. Ich weiß nicht, wieviele Kinder ich durch die Weitergabe von Schokozigaretten zur Sucht verführt habe.
Ich habe meinen Kakaukonsum auch heute noch nicht im Griff.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz), und die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordern deshalb konsequent das Verbot von Schokozigaretten als Einstiegsdroge (- Deutsche Apothekerzeitung / Tagesnews 5.11.2008 -). Bald wird der Bundesinnenminister sicher durchsetzen, daß Schokozigarettendealerinnen ins Gefängnis kommen und nicht weiter von ihren LehrerInnen auf dem Schulhof aus falsch verstandener Toleranz gedeckt werden.
Ein Schulverweis reicht nicht hin.

Michel Foucault nannte, die auf den Körper der Einzelnen und auf den Bevölkerungskörper bezogene Politik, Biopolitik. Der Faschismus zeichnete sich dadurch aus, daß der 'Volks'körper und seine Optimierung über die Freiheit und Selbstbestimmung der Einzelnen gestellt wurde. Die Politik des Krebsforschungszentrums und der Verbraucherzentrale deshalb als biopolitischen Faschismus zu bezeichnen ist aber nicht legitim, sind dies doch demokratische Institutionen. Und mit dem 'Volks'körper haben sie nichts im Sinn. Sie machen Politik für alle Menschen. Sie stellen den Bevölkerungskörper und seine Optimierung über die Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen.
Nur Suchtabhängige wie ich, haben damit Probleme.
Kakau wird sicher auch bald verboten. Und es liegt nur an meiner Kakausucht, daß mir das Alpträume verschafft.

Diese Nacht träumte ich von einer Lehrerin mit Hitlerbärtchen, die in der Aula auf einem typischen Schulstuhl stehend, nach unten schrie: "WOLLT IHR DIE TOTALE GESUNDHEIT?"
Und überall in der Aula schrien Kinder, die wie Zahnbürsten aussahen: "Ja, Ja!"
Und in einer Ecke des Podiums wurden dann die Schokoladenzigarettendealerinnen ausgepeitscht.
Und einige ältere gesetzte Damen und Herren von der Krebsforschungsgesellschaft und der Verbraucherzentrale, hinter großen Tischen sitzend, aplaudierten wohlwollend aber gemäßigt und drückten so ihre Zustimmung zu den Auspeitschungen aus.

Besser ein krankes Individum auslöschen als das Risiko einzugehen, daß es die Gesunden ansteckt, 0-Tolleranz mit Drogen.

Oder ist das gar kein Slogan der Verbraucherzentrale.
Ich bekomme bereits alles durcheinander, typisch für eine Süchtige.

Ich bin uneinsichtig und halte immer noch an individuellen Menschenrechten fest. Dabei sind doch individuelle Freiheitsrechte unverantwortlich und antisozial, da sie Einzelnen das Recht verschaffen ihre Gesundheit zu ruinieren und damit ihre Verwertung zu unterminieren. Die Gesundheitspolitik will doch nur diese Fehlentwicklung korrigieren. Der Staat darf doch nicht zulassen, daß Menschen einfach zu sich nehmen, was sie wollen.
Schließlich ist dies auch das neue politische Selbstverständnis der WHO. Das die WHO auf Grund der öffentlichen Unterfinanzierung inzwischen zu erheblichen Teilen von der finanziellen Unterstützung durch Pharmakonzerne abhängig ist, kann in diesem Zusammenhang nur einer Drogensüchtigen wie mir als Problem erscheinen. Schließlich betreiben diese Konzerne Lebenswissenschaft. Und sie wollen uns helfen. Und nur ich, in meiner kakaubedingten Paranoia, sehe da einen Interessenkonflikt.
Nur eine Kranke wie ich, kann auf die Idee kommen, dass die zunehmende Illegalisierung freier Drogen, Tabak, Alkohol, Kakau, den Vetreibern verschreibungspflichtiger Drogen zu Gute kommt, auf die die KonsumentInnen dann ausweichen. Psychopharmaka statt Tabak. Die Zunahme der Verschreibungen von Ritalin, Antidepressiva, u.a. ist doch gut, jedenfalls sagt das die WHO und die ist doch vertrauenswürdig. Die WHO hat parallel zum Kampf gegen den Tabak eine Kampagne zur Ausweitung der Verschreibung von Antidepressiva gestartet, nach der WHO gibt es weltweit ein massives Behandlungsdefizit depressiver Erkrankungen.
Als Kakauabhängige bilde ich mir finstere Zusammenhänge ein. Dabei unterstützen die Pharmakonzerne diese Programme völlig uneigennützig, sie können doch nichts dazu, daß sie zufällig die Nutznießer sind.

Korrupte Pharmalobyistinnen sind mir auch immer noch lieber als die fanatischen 'Gesundheits'priesterInnen, die tatsächlich glauben, es gbe nichts wichtigeres als Gesundheit.
Ich habe halt abstruse Vorstellungen und finde die Freiheit, die Lust und die Liebe haben einen Eigenwert. Alle Anderen wissen, da das Leben ohne Gesundheit absolut lebensunwert ist, und eine wie ich, die dies nicht einsieht, zeigt dadurch nur, das sie krank ist. Deshalb brauchen wir ja auch eine finale Sterbehilfe.
Oder, habe ich da schon wieder was durcheinander gebracht?


Ada - 2010 -




Fin













Impressum:


Und noch ein kurzer Text; Das Schokoladenzigarettenverbot und der Untergang der Welt

























Zuletzt aktualisiert 30.05.10



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Das Schokoladenzigarettenverbot und der Untergang der Welt

Im Jahr 2040 ging die Welt unter. Das Problem war das Schokoladenzigarettenverbot.

An einem schönen Frühlingstag im Jahr 2040 landeten kleine fiese außerirdische Monster in New York. Sie hatten fiese spitze Zähne und Waffen waren völlig wirkungslos. Sie überfielen zuerst die Supermärkte. Sie suchten erst die Regale ab und fingen dann ärgerlich an die Menschen zu fressen, da sie offensichtlich nicht fanden, was sie suchten. Nach fünf Tagen hatten sie die New Yorker Bevölkerung verspeist.
Nur ein kleines Mädchen hatte in New York überlebt. Sie hatte von ihrer Großmuttter ein Packung Schokladenzigaretten geerbt und damit gelang es ihr die Monster zu beruhigen.

Die US-Regierung rief den Notstand aus und suchte im ganzen Land nach Schokozigaretten. Aber es gab keine Schokoladenzigaretten mehr. Inzwischen war klar, dass die Außerirdischen bereits mehrfach auf der Erde gewesen waren, aber jedesmal nach dem Verzehr einer größeren Menge Schokozigaretten, die Erde wieder friedlich verlassen hatten. Nur gab es nirgends mehr eine Schokoladenzigarettenfabrik.

1 Woche später hatten die Monster bereits aus Wut die gesamt US-Bevölkerung bis auf das eine kleine Mädchen aufgefressen. Nun schwammen sie auf der Suche nach Schokoladenzigaretten über die Ozeane nach Europa und Asien.

Deutschland und Japan versuchten noch mit der Testversion einer Zeitmaschine Schokoladenzigaretten aus der Vergangenheit zu besorgen. Auch dies scheiterte.

Nach zwei weiteren Wochen hatten die kleinen fiesen Monster die Menscheit verputzt, und das nur auf Grund des Schokoladenzigarettenverbotes.

Nur das kleine Mädchen überlebte.

Sie glauben das nicht.

Haben Sie etwa noch nie von den Schokoladenzigarettenmonstern gehört?









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