Kuschelsex


"Das erwachsene Individuum muß lernen, daß es sich nicht für Nichts entscheiden kann."
(Friedrich Alt)

Wenn linke TheoretikerInnen aus dem Umfeld der Kritischen Theorie davon reden, daß die Verneinung der Anfang jeder Revolution ist, die Negation, der Schrei, meinen sie damit nicht das Nichts. Auch die Negation ist etwas, wie die Socke in der Ecke.
Obwohl eine Socke auch Nichts sein kann. Ich könnte sie an die Wand nageln mit einem Schild "Nichts". Aber vermutlich gibt es das schon, und das Nichts wurde für 1.243.245 Euro an eine japanische Holding verkauft und hängt jetzt neben den Sonnenblumen. Wenn der Kapitalismus sich aber für das Nichts entscheiden kann, wieso ich dann nicht.

Ich liebe das Nichts, es ist so süß unentschieden.
Und wenn ich mit Nichts im Bett liege ist es sehr schön.
Wie ein leichter Lufthauch der die Beine entlang streichelt.
Und ich bin wirklich gut darin mich auf Nichts einzulassen.
Ich kuschele gerne mit Nichts.
Das führt zu Nichts meint Ihr.
Schön dann kann ich um so länger mit Nichts im Bett liegen bleiben.
Und ich steh nun mal auf Kuschelsex, ich weiß das ist pervers.

Aber ich muß jetzt mit diesem Text aufhören.
Nichts schaut gerade zur Tür herein.
Nichts will mit mir ins Bett - kuscheln -.
Ich werde mich noch ein bischern bitten lassen.
1 Minute.
1,5 Minuten.
Das reicht.
Nichts und ich ziehen uns jetzt zurück.
Die erwachsenen Individuen überlassen ich gerne Euch.
Ich brauche Nichts.


Ada


PS: Nichts will auch nichts werden.

PPS: Nichts und ich sind glücklich.



Fin




















Impressum:


Und noch ein kurzer Text; Sex Pervers

























Zuletzt aktualisiert 30.05.10



Sex, Pervers. Ein Text über die Liebe, das NICHTS, Kuschelsex und andere Perversionen - zu den Themen: Nichts, Kuschelsex, Liebe, Perversionen







Sex Pervers

Die eigentliche Perversion der Sexualität ist die Normalität, die Schwarzwaldklinik und ähnliche Filme sind in Bezug auf ihre Geschlechtsrollenbilder sexuell perverser als manches, daß von der FSK als pervers einsortiert wird. Die FSK u.a. sind in diesem Sinn selbst Teil eines perversen Sexualitätsarangements, das durch Verdeckung und Anreizung aber auch durch Vorschriften des Zeigens (z.B. die Pflicht zur Enthaarung auf Grund der US-Filmzensur) gerade die sexuellen Perversionen produziert, die 'bekämpf' werden.

Eine freie und selbstbestimmte Sexualität gerät dabei zwischen zwei fremdbestimmte Sexualsysteme, die einander bedingen.

Auf der einen Seite, die verkniffenen Reden über Sexualität, die nach wie vor die 50er Jahre nicht wesentlich hinter sich gelassen haben, und in denen Sexualität immer als eine Art fäkale Entleerung erscheint, die möglichst im Dunkeln schnell abgehandelt gehört. Die Tradition der katholischen und puritanischen Doppelmoral und Verlogenheit sind hier in allen Ritzen einer Lust auf eine Sexualität, die immer als pervers gedacht wird, und die gleichzeitig verdammt wird, als Sexualitätszombie immer noch am 'Leben'.

Auf der anderen Seite der Diskurs, der alle Perversionen abfeiert und möglichst mit Gewalt- und Machtphantasien anreichert, und alle die das nicht geil finden als sexuell frigide und krank diffamiert. Die Tradition ist hier die des Bürgers de Sade, der als erster eine kapitalistische Warenästhetik mit Sexualität konsequent verkoppelt hat, und die entfremdete Sexualität als Warending zum Fetisch erhoben hat.

Dazwischen gibt es vielfältige Mischungen dieses Cirkus perverser Sexualitätsarangements.

Eine freie, und darunter wird hier eine selbstbestimmte Sexualität jenseits von Leistungsidealen verstanden, ist aber nur im Widerstand gegen beide perversen Zumutungen lebbar.









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